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10 Fragen an ...
Alexander Kohl, Kirwa-Kenner und Neupriester aus Sulzbach-Rosenberg

10 Fragen an Alexander Kohl, Kirwa-Kenner und Neupriester aus Sulzbach-Rosenberg Es war grade Kirwa in Weigendorf und Kemnath am Buchberg, als Alexander Kohl (25) aus Sulzbach-Rosenberg seine Primiz feierte. Alexander ist katholischer Priester und eng mit der Kirwa verbunden. Wie das zusammengeht, darüber sprachen wir mit ihn.
kirwa.net: Vom begeisterten Kirwagänger zum Pfarrer – wie geht das?
Alexander Kohl: Auch Priester fallen nicht vom Himmel oder kommen aus der Fabrik: Vielmehr geht es darum, dass Menschen, die mit beiden Beinen im Leben stehen, sich für die Sache Jesu einsetzen. Und so hat für mich beides schon immer zusammengepasst. Auf die Kirwa zu gehen und mitzufeiern: das ist für mich Ausdruck dafür, dass ich mit beiden Beinen im Leben stehe. Nun gibt es bei mir keinen direkten Zusammenhang zwischen der Tatsache, dass ich gerne auf Kirwan gehe und dass ich vor wenigen Wochen zum Priester geweiht wurde. Beides passt aber wunderbar zusammen!
kirwa.net: Schließt sich das nicht aus?
Alexander Kohl: Kirwa und Priester-Sein schließt sich nicht aus, ganz im Gegenteil. Beides hat mit Lebensfreude und mit vielen netten Menschen zu tun!
kirwa.net: Welche Erfahrungen haben Sie mit der Kirwa gesammelt? Was hat Ihnen dabei am besten gefallen?
Alexander Kohl: Sehr gut gefällt mir als Musiker natürlich immer die Musik. Wobei es da auch immer große Unterschiede gibt: Von der 0-8-15-Bierzeltmusik bis hin zu "echter", qualitätvoller Kirwamusik.
kirwa.net: Was sollte Ihrer Meinung nach bei der Kirwa verbessert/mehr gefördert werden?
Alexander Kohl: Verbesser/fördern? Da fällt mir spontan nicht recht viel ein - eine Kirwa ist so, wie sie ist.
kirwa.net: Gibt es auch etwas, was Ihnen am Kirwageschehen im Landkreis Amberg-Sulzbach nicht gefällt? Warum?
Alexander Kohl: Vereinzelt fällt mir da schon was auf: Wenn man eine Kirwa, also eine KIRCH-Weih, das Weihe- bzw. Patronatsfest einer Kirche feiert, dann sollte schon (zumindest) in irgendeiner Form der Bezug zur Kirche oder zur Pfarrei da sein. Bestenfalls könnte das der Kirchgang am Sonntag in der Früh sein. (Das sei ganz schüchtern vor allen jenen Kirwan gesagt, die Traditionen ganz groß schreiben, dabei aber manche, scheinbar unbequeme, unter den Tisch fallen lassen.)
kirwa.net: Stellen Sie sich vor, sie gehen wieder einmal auf die Kirwa. Kann man als Pfarrer die Kirwafreuden so richtig genießen, oder ist da Zurückhaltung angesagt?
Alexander Kohl: Natürlich kann man auch als Priester die Kirwafreuden genießen. Nette Leute treffen, eine (oder zwei...) gute Maß Bier, Brotzeit, beim Tanzen zuschauen oder selber mal tanzen - das ist doch wunderbar! Außerdem werde ich in diesem Jahr am Sonntag, 19. August in der Stadtpfarrkirche St. Marien in Sulzbach den Gottesdienst zur "Woizkirwa" zelebrieren.
kirwa.net: Sie feiern Primiz in einem Festzelt. Schwingt da nicht ein bisschen „Kirwa“ mit? Eine Bar gibt’s da sicher nicht. Aber welche Musik spielt zum Beispiel?
Alexander Kohl: Bei meiner Primiz hat tatsächlicherweise das Mahl in einem Zelt stattgefunden. Trotzdem kam eher weniger Kirwastimmung auf - es war echer festlich-feierlich. Aber es gibt Primizen (in ländlichen Pfarreien), die sehr stark an eine Kirwa erinnern.
kirwa.net: Kirwa-Euphorie, Rauschgefühle, zarte Liebesbande – ein explosives Gemisch für die Seele?
Alexander Kohl: Seit jeher ist ja die Kirwa die beste Anbandelgelegenheit weit und breit. Und diese ganz eigene Stimmung gehört einfach zur Kirwa, sonst wäre sie keine...
kirwa.net: Gibt es eine Stelle aus der Bibel, die sie den Kirwapaaren am ehesten ans Herz legen wollten?
Alexander Kohl: Psalm 147, 14b: "Der Herr sättigt dich mit bestem Weizen": Das kann man bewusst zweideutig verstehen. Er kann uns sagen, dass Gott nicht will, dass es uns schlecht geht. Er gibt uns Leben im Überfluss und er will, dass es uns gut geht!
kirwa.net: Unsere obligatorische Schluss-Frage: Was, glauben Sie, ist ein Kirwahupferl?
Alexander Kohl: Ein Kirwahupferl: Ein Betthupferl ist etwas Süßes, auf das man sich vor dem Schlafen gehen freut. Dann muss ein Kirwahupferl auch etwas Süßes sein, auf das man sich freut...

05.08.07 - Uli Piehler



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