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10 Fragen an ...
Andreas Royer, alias "Hobbo", Rosenberger Kirwachef

10 Fragen an Andreas Royer, alias "Hobbo", Rosenberger Kirwachef Im Jahr 2003 feiert die Rosenberger Kirwa, wie noch ein paar andere Kirwan im Landkreis Amberg-Sulzbach, ihr 25-Jähriges Jubiläum. Das kirwa.net sprach mit "Hobbo", einem der dienstältesten Kirwaburschen im Landkreis und Rosenberger Kirwamatador über das magische Jahr 1978, die Anfänge der Kirwa-Euphorie und das aktuelle Kirwatreiben.
kirwa.net: Die Rosenberger Kirwa ist 25 Jahre alt, wie die Kirwan in Schleißdorf und Süß. Was hat Ende der Siebziger Jahre die Kirwa-Welle losgetreten?
Andreas Royer: Zuerst muss man mal sagen, dass die Kirwa natürlich viel älter sind. Es gibt sie sozusagen seit Menschengedenken. Aber nach dem Krieg ist der Brauch in vielen Orten in Vergessenheit geraten. Erst später erinnerten sich die Leute wieder daran, dass früher einmal so richtig Kirwa gefeiert wurde.
kirwa.net: Warum geriet die Tradition in Vergessenheit?
Andreas Royer: Vielleicht aufgrund des Krieges. Im Dritten Reich sollten ja andere "Bräuche" eingeführt werden. Und vielleicht auch wegen des folgenden wirtschaftlichen Aufschwungs in den 50er, 60er Jahren. Da war Kirwafeiern, das Fest der armen Leute, vielleicht verpönt. Man brauchte das nicht, weil man ja "wieder wer war", weil es den Leuten wieder gut ging.
kirwa.net: 25 Jahre Kirwa in Rosenberg - ist das wirklich ein Grund von altem Brauch und Tradition zu sprechen?
Andreas Royer: Auf jeden Fall. Wenn man einen Ritus über Jahne hinweg immer mit den gleichen Handlungen so zelebriert, wie wir unsere Kirwa, dann kann man durchaus von einem Brauch sprechen. Und wir haben ja vor 25 Jahren nichts Neues erfunden. Wir knüpften an die Tradition unserer Vorväter an.
kirwa.net: Im östlichen Landkreis treibt man den Kirwabären. Ihr führt den Kirwabätz, ein Schaf, mit euch herum. Was hat es damit auf sich?
Andreas Royer: Den Kirwabätz gibt es tatsächlich eher im westlichen Landkreis. Er ist eigentlich nichts anderes als ein Fruchtbarkeitssymbol, genauso wie der Kirwabaum. Die Kirwa ist ein heidnischer Brauch. Das Baumaufstellen mit seiner eindeutigen Symbolik hat sich erhalten.
kirwa.net: Zum 25-Jährigen habt ihr alle Kirwagemeinschaften aus dem Landkreis eingeladen. Plant ihr ein zweites Kreiskirwapaaretreffen?
Andreas Royer: Nein, planen wir nicht. Das ist eine einmalige Sache, die nur ein Ziel hat: die Kameradschaft zu pflegen unter den Kirwagemeinschaften.
kirwa.net: Seid ihr auch kameradschaftlich zu euren Nachbarn, den Burschen und Moidln von der Woizkirwa in Sulzbach.
Andreas Royer: Natürlich vertragen wir uns hervorragend, so wie Katz und Maus eben. Nein, das ist alles eine sehr gesunde Konkurrenz, die wir gerne pflegen.
kirwa.net: Was ist bei einer Kirwa das Wichtigste?
Andreas Royer: Es gibt viele Dinge, auf die es ankommt. Der Kirwabaum muss schön sein. Die Länge ist völlig egal. Die Moidln müssen a bissl frech sein und das Austanzen muss schön anzuschauen sein.
kirwa.net: Beim Jubiläum spielen die Desperados, nicht gerade eine Kirwaband. Ist das mit der Rosenberger Kirwa vereinbar?
Andreas Royer: Wir sind doch keine Prinzipienreiter. Kirwa muss Spaß machen und wir haben immer auch Musikgruppen, die auch was Modernes spielen.
kirwa.net: Was steht bei Euch als Nächstes an?
Andreas Royer: Das Stadtkirwapaaretreffen am 10. Oktober beim Sperber in Sulzbach.
kirwa.net: Und jetzt auch an den Fachmann die Frage, was wohl ein Kirwahupferl ist?
Andreas Royer: Ja mei. Wie hat der alte Kirwabursch vor 25 Jahren gesagt: As schöinste woar nachad immer, wenn ma vom Wirtshaus assa san und nu as Kirwamoidl a weng an Baam oingloint ham...

21.09.03 - Uli Piehler



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